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Arbeitsgruppe Hagen

Indien-Seminar in Osnabrück

Auf dem Indien-Seminar, das in diesem Jahr von der Arbeitsgruppe Osnabrück veranstaltet wurde, trafen sich  am 27. Juni 2004 VertreterInnen.aller Arbeitsgruppen, die Projekte in Indien zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. Neben vielen MitarbeiterInnen aus der Osnabrücker Gruppe waren andere aus Bremen, Erftstadt, Hagen, Ibbenbüren, Osterode, Spessart nach Osnabrück gekommen, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Seit vielen Jahren gehören Vertreter von AEI, Aide à l’enfance de l’Inde aus Luxemburg und von terre des hommes France 68 dazu, die in ihrer Indienarbeit mit dem terre des hommes Regionalbüro in Pune zusammenarbeiten. Aus Indien waren der Regionalkoordinator George Chira und und sein Kollege Ramachandran dabei und auch die Geschäftsstelle in Osnabrück war mit etlichen MitarbeiterInnen vertreten. Auch Peter Knauft vom Vorstand und Bert Cacayan, tdh Koordinator auf den Phillippinen, nahmen an diesem Treffen teil.
Begrüßt wurden am Samstagmittag alle im Haus der Jugend in der Osnabrücker Altstadt Angereisten mit indischen Gaumenfreuden aus der Küche von Trudi Dom, um sich auf das Wochenende einzustimmen.
Für alle begann das Seminar mit einer Überraschung. Rüdiger Siebert, vielen von uns bekannt als Autor von zahlreichen Artikeln, Reiseberichten und Romanen in und um Asien, war für (fast) alle unerwartet gekommen und berichtete in einfühlsamem Worten und mit beeindruckenden Dias von seiner letzten Reise durch Indien. Seine Zuneigung zu diesem Land und seinen Menschen, seinen Problemen und seinen Hoffnungen war förmlich zu greifen.
Auch in unseren Medien war die Nachricht, dass die Congress Partei unter Sonia Gandhi die Parlamentswahlen gewonnen hat eine Überraschung. Dies ist umso überraschender, wenn man die Image-Kampagne der letzten Regierung, ‚India Shining’, berücksichtigt, die mit beispiellosem Aufwand die (unzweifelhaften vorhandenen) Erfolge bis in die letzten Winkel getragen hat. George Chira stellte in seinem Vortrag aber klar, dass diese Erfolge nur eine vergleichsweise kleine Minderheiten betreffen. Alle anderen haben deutlich von ihren demokratischen Rechten Gebrauch gemacht. Insbesondere die Wahl Dr. Manmohan Singh’s zum Ministerpräsidenten auf Vorschlag der neuen Congress Koalitions-Mehrheit unter Sonia Gandhi wird als positives Signal für die Zukunft gesehen, hofft man doch, dass der ‚Vater des wirtschaftlichen Aufschwungs’ zusammen mit der Congress-Koalition die ungerechte Verteilung des Zuwachses im ‚glänzenden Indien’ zu Gunsten der Bevölkerungsmehrheit verändern wird.
Sabrina Lopp und Benazir Lobo-Bader aus der Geschäftsstelle in Osnabrück hatten einen Vortrag zum Thema Bildung für Mädchen zusammengestellt, der wieder einmal deutlich machte, wie Mädchen doppelt benachteiligt sind und zeigte, was Bildung dazu beitragen kann, diese doppelte Benachteiligung zu beseitigen.
Nach dem Abendessen in einer Pizzeria hatte die Arbeitsgruppe Osnabrück eine Stadtführung durch die Altstadt organisiert, die mit einem Besuch des historischen Friedenssaales im Rathaus begann. In einem Straßencafé auf dem Marktplatz klang der Tag aus, der dann noch (zufällig) von einem Feuerwerk der Stadt Osnabrück gekrönt wurde.
Der Sonntagmorgen begann mit Berichten von Caroline Alich (AG Erftstadt) und Edgar Marsh (AG Hagen) über die
Projektreise nach Indien, an der die beiden im Februar teilgenommen haben.
Gusti Braun von Aide à l’enfance de l’Inde und Jean-Paul Dupont von terre des hommes France (68) berichteten von der Arbeit ihrer Organisationen, von ihren Projekten in Indien und der Zusammenarbeit mit terre des hommes und seinem Indienprogramm und von ihrer Öffentlichkeitsarbeit.
In einem Vortrag über ‚Hinduismus und Kastenwesen’ machte Theo Dom den TeilnehmerInnen deutlich, wie sehr die Arbeit unserer ProjektpartnerInnen auch im gesellschaftlichen Zusammenhang gesehen werden muss.
George Chira informierte noch über die Programme und Projekte in den kommenden Jahren, während Klaus Müller-Reimann die Erwartungen der Arbeitsgruppen an das Referat Programmkoordination thematisierte.
Während das Indienseminar im Rahmen der Mitgliederversammlung noch sehr den Charakter einer Weiterbildungsveranstaltung hatte, war dieses Treffen der Arbeitsgruppen, die die Projektarbeit im Indien zum Schwerpunkt ihrer Öffentlichkeitsarbeit machen, und das jährlich von den Beteiligten ausgerichtet wird, geprägt vom Austausch der einzelnen Arbeitsgruppen.
Es wurde deutlich, dass Öffentlichkeitsarbeit zu Kampagnen und Veranstaltungen zu Schwerpunktthemen leichter fällt, wenn man sie kenntnisreich mit konkreten Beispielen illustrieren und über den Alltag in den Projekten berichten kann. Dieser Austausch mit den vielen Beteiligten ist auch dem diesjährigen Indienseminar der Indien-AGs nicht zuletzt Dank der exzellenten Vorbereitung durch die Arbeitsgruppe Osnabrück wieder gelungen. Ein besonderer Dank gilt Elke Pesch von der Geschäftsstelle, die die englischen Beiträge der Gäste unermüdlich übersetzt hat. Danke auch den anderen ÜbersetzerInnen, die unsere Gäste über die deutschen Beiträge auf dem Laufenden gehalten haben.Über das Indien-Seminar gibt es ein Protokoll, das im Referat Programmkoordination erhältlich ist.