- Alle Staaten müssen die UN-Leitlinien zu Binnenvertreibung unterzeichnen und umsetzen.
- Es muss ausreichende Hilfs- und Rückkehrprogramme für alle Vertriebenen geben.
- Die Verantwortlichen für Vertreibungen müssen beim Namen genannt und bestraft werden.
Auf den fruchtbaren Uferböden des 2.400 Kilometer langen Salween, einem Strom, der sich im Süden Burmas in den Indischen Ozean ergießt,
wird Reis, Sesam und Mais, werden Erdnüsse oder Wassermelonen angebaut. Sein Wasser wird getrunken, im ufernahen Wald werden Kräuter gesammelt, es wird gefischt und gejagt.
In einem Dorf der ethnischen Volksgruppe der Karen sagt der alte Dorfvorsteher: »Der Fluss gibt uns alles, was wir zum leben brauchen,
fruchtbares Land für unsere Gärten, Fisch und wilde Tiere«.
Aber die burmesische Militärregierung hat andere Pläne: Fünf große Staudämme sollen gebaut werden. Jahrelang verhandelte die
Militärregierung unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Investoren aus Thailand und China. Thailand bekäme billigen Strom und Burma die dringend benötigten Devisen,
Eine Mitsprache der Flussanwohner bei der Umsetzung der Projekte ist jedoch nicht geplant – auch Entschädigungszahlungen sind nicht
vorgesehen. Die burmesische Militärregierung setzt vielmehr auf Methoden wie Vertreibung, Zwangsarbeit oder Folter, um den Widerstand zu brechen.
Für die Uferbewohner sind die Großprojekte jedoch kein Gewinn. Die Menschen haben Angst. Sie wissen, dass sie ohne den Reichtum an
Pflanzen, Fischen und Feuchtgebieten nicht leben können. Denn nicht nur die direkt gefluteten Dörfer wären betroffen: Wenn der Rhythmus des Salween gestört wird, werden auch Fließgeschwindigkeit und
Nährstoffhaushalt und damit der Fischbestand beeinträchtigt.
terre des hommes unterstützt deshalb die Arbeit von »Karen Rivers Watch«, einem Netzwerk, das die Rechte und die Existenzgrundlage der
Dorfgemeinschaften am Salween verteidigt. In Projekten werden Kinder und Jugendliche über die Folgen großer Staudämme, den Stand der Bauarbeiten, ihre Situation und ihre Rechte informiert. Gleichzeitig wird
gemeinsam mit internationalen Organisationen und Öffentlichkeitsarbeit versucht, den Bau der Staudämme zu verzögern und Umweltverträglichkeits-Studien und die Mitsprache der lokalen Bevölkerung einzufordern.
Gern würde der alte Dorfvorsteher mit seiner Gemeinde, nach der Flucht vor burmesischen Soldaten am Ufer des Salween ein neues Zuhause finden. Aber
wenn der Damm einige Kilometer flussabwärts gebaut wird, würde auch das gerade aufgebaute Dorf unter den Wassermassen verschwinden – und mit ihm viele andere Dörfer, zahlreiche Pflanzen und Kräuterarten, und das
Wissen der Anwohner, wie man sie nutzt, ohne sie zu zerstören.
Mehr Informationen gibt es auf der terre des hommes website. |